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Die Koordinierungsstelle für Retrokonversion an der Archivschule Marburg möchte in Zukunft ihren Service verstärkt auch Kommunalarchiven anbieten.
Ihre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Dienstleistungen umfassen die Digitalisierung analog vorhandener Findmittel, mit dem Ziel, diese über das Internet zugriffsfähig zu machen.
Nähere Informationen zur Entstehung des Projekts und zu den Fördermöglichkeiten:
Flyer Retrokonversion (PDF, 2,6 MB)
oder
www.archivschule.de/retrokonversion
In der zweiten Auflage des Wettbewerbs „Archiv und Jugend", ausgeschrieben vom Land Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfa-len-Lippe, haben insgesamt 16 Projekte eine Förderung erhalten, darunter sieben aus dem Rheinland.
Das in Köln ansässige Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. (DOMiD) wird im Rahmen des Projektes „Migrationsgeschichte in der Ar-chivpädagogik" Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Köln-Holweide - einer Schule mit einem hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund – an die Archivarbeit heranführen. Von der jeweils eigenen Lebenswirklichkeit ausgehend, sollen Jugendliche Archive in zweierlei Hinsicht kennen lernen: als für Recherchen nutzbaren Wissens- und Informationsspeicher, aber auch als Ort, an dem selbst ermittelte und gesammelte Unterlagen und Objekte geordnet und zur weiteren Benutzung hinterlegt werden können. Am Ende des Projektes soll eine Ausstellung in der Schule die Ergebnisse präsentieren.
Die Projektidee des Stadt- und Kreisarchivs Düren besteht darin, den „Dürener Archiv-Explorer" zu entwickeln, der auf spielerische Art eine „virtuelle Entdeckungsreise durch das Archiv und die Geschichte einer rheinischen Stadt" und somit den digitalen Einstieg in die Arbeit in einem Archiv und mit den Quellen zur Stadtgeschichte ermöglicht. Die konkrete Ausgestaltung wird jedoch in hohem Maße der Kreativität der beteiligten Jugendlichen – Schüler des Stiftischen Gymnasiums - überlassen sein. Auf der technischen Seite sollen spätere Erweiterungen und Ergänzungen problemlos umsetzbar sein.
Das Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf bietet als Literaturarchiv „A-Funboxes" an, die sich in einer „Lovebox", einer „Schoolbox" und einer „Sex&Drugs&Rock'n-Roll-Box" präsen-tieren. Die A-Funboxes sind drei Häuschen in der Größe und der Form eines Dixieklos, die mobil an verschiedene Stellen der Stadt verbracht werden können, besonders solchen, die von Jugendlichen stark frequentiert werden. In den einzelnen Boxen werden – auf der Basis von Beständen des Heinrich-Heine-Instituts – Fragen thematisiert, die Jugendliche in diesen Boxen gestaltend aktiv werden lassen, und zwar schriftlich, akustisch und bildlich.
Die unmittelbare Dokumentation der Beiträge der Jugendlichen sollen zeitnah im Internet präsentiert werden und zum Abschluss in einer Ausstellung münden.
„Der Friedhof an der Kirchstraße – 200 Jahre Hildener Stadtgeschichte" heißt das Projekt des Stadtarchivs Hilden. Von den verschiedensten Grabstätten und Gedenksteinen des Hildener Hauptfriedhofs ausgehend sollen deren Spuren in die politische sowie die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt verfolgt und unter professioneller Anleitung fotografisch erfasst werden. Schwerpunkt des Projekts wird die angeleitete Arbeit der Jugendlichen im Stadtarchiv, wo sie anhand geeigneter Archivalien und der archivischen Sammlungen die verschiedenen Aspekte des Friedhofs sowie der dort gedachten Personen und Ereignisse erforschen können. Am Ende des Projektes soll eine bebilderte Publikation sowie eine Aus-stellung der entstandenen Fotografien stehen.
Das Stadtarchiv Korschenbroich möchte im Projekt „Lebensgeschichten von Flüchtlingen und Vertriebenen" Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe der Realschule nicht nur bei der Recherche nach Flüchtlingsschicksalen in den historischen Beständen des Hauses anleiten, sondern auch „Drehort" sein für Interviews mit Zeitzeugen und dadurch „neue" Quellen schaffen. Die Ergebnisse sollen zum einen im Portal www.lebensgeschichten.net platziert, zum anderen in einer Ausstellung zum Thema „Heimat" präsentiert werden.
Das Kooperationsprojekt des Stadtarchivs Ratingen und des Stadtarchivs Velbert ist zeit-lich und bezüglich der Quellengattung eng fokussiert: „Zeitenblicke. Alltag und Politik in der Weimarer Republik im Spiegel der Lokalpresse". Die häufig polemische Berichterstattung der Presseorgane verschiedener politischer Lager in einer sehr bewegten Zeit deutscher Ge-schichte soll in Bezug auf historisch objektivierbare Erkenntnisse analysiert und nachvollzo-gen werden. Abschließend soll eine „Gegenwartszeitung der Vergangenheit" (in Papierform und auch als E-Paper) erstellt werden.
Eine ganz besondere jugendliche Zielgruppe spricht das Archiv des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg an mit seinem Projekt „Geschichte löschen?? – Ein Notfallplan für das Kreisarchiv", das sich mit Mitgliedern der Jugendfeuerwehren und deren Betreuern die Erstellung eines Notfallplanes für das veranstaltende Archiv vornimmt, der gleichzeitig als Grundlage für ei-nen Notfallverbund der Kommunalarchive im Rhein-Sieg-Kreis dienen soll. Dazu werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Beständen, den besonderen Lagerungsbedingun-gen und den speziellen Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen vertraut gemacht. Der so erstellte Notfallplan wird als Ergebnis nicht nur auf einer Pressekonferenz – evtl. auch als Foto-Dokumentation – präsentiert, sondern auch als reale Notfallübung im Kreisarchiv durchgeführt.
Der ROM e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für die Verständigung zwischen Roma bzw. Sinti und „Gadsche" (Nicht-Zigeunern). Das Archiv- und Dokumentationszentrum des Vereins betreibt rege Forschungen zur Geschichte und Ethnographie der Zigeuner im Rheinland und ist dabei auf Hinweise aus den Archiven angewiesen, da sich relevante Quellen in ganz unterschiedlichen Beständen verbergen können.
Der Landschaftsverband Rheinland unterstützt logistisch und finanziell dieses Projekt, das sich zum Ziel setzt, eine rheinlandweite Übersicht zu den einschlägigen Archiven mit Überlieferungen zur Geschichte der Zigeuner zu erarbeiten.
Wir möchten Sie freundlich um die Unterstützung des Projektes bitten. Eine detaillierte Darstellung des Vorhabens finden Sie hier.
Kontakt:
Rüdiger Benninghaus
ROM e.V.
Venloer Wall 17
50672 Köln
Tel.: 0221 / 24 25 36
Fax: 0221 / 24 01 715
Mail: rom.ev@netcologne.de
www.romev.de
Ein knappes Jahr nach der Eröffnung der erfolgreichen Ausstellung „Die vergessenen Europäer: Kunst der Roma, Roma in der Kunst" im Kölnischen Stadtmuseum, ist nun ein umfangreicher Katalog zur Ausstellung erschienen. In der vom Verein ROM e.V. Köln in Kooperation mit dem Kölnischen Stadtmuseum erarbeiteten Ausstellung wurde zum ersten Mal in Deutschland zeitgenössische Kunst und Poesie von Roma-Künstlerinnen und -Künstlern präsentiert. Außerdem wurde anhand von Werken von Nicht-Roma-Künstlerinnen und -Künstlern das Bild der „Zigeuner" in der europäischen Kunstgeschichte seit dem 15. Jahrhundert dargestellt.
Der fast 170 Seiten starke Ausstellungskatalog bietet im ersten Teil neben zahlreichen farbigen Abbildungen der präsentierten Objekte auch Statements und Biographien der Künstlerinnen und Künstler. In einem zweiten Kapitel wird in mehreren wissenschaftlichen Aufsätzen das „Zigeuner"-Bild in der Geschichte aus kunsthistorischer Perspektive beleuchtet und anhand von Beispielen illustriert. Den Autorinnen und Autoren gelingt es damit auf sehr anschauliche Weise, die unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven von Roma und Nicht-Roma deutlich zu machen und die Betrachtenden zugleich mit ihren eigenen klischeebehafteten Bildern und Vorurteilen zu konfrontieren. Ergänzt wird der Katalog durch einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Roma in Köln und die Arbeit des Vereins ROM e.V.
Der ROM e.V. Köln setzt sich seit 1988 für die Verständigung zwischen Rom (Roma und Sinti) und Nicht-Rom ein. Neben zahlreichen sozialen und politischen Projekten unterhält der Verein ein Archiv- und Dokumentationszentrum mit einer Sammlung zur Geschichte und Kultur der Roma. Dabei wird er vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) fachlich und finanziell unterstützt.
Der Ausstellungskatalog kostet 25 Euro und ist beim Rom e.V. und im Kölnischen Stadtmuseum erhältlich.
Holl, Kurt (Hg.): Die vergessenen Europäer. Kunst der Roma, Roma in der Kunst. Ein Projekt des ROM e.V. in Kooperation mit dem Kölnischen Stadtmuseum, Köln 2009. Format: 21 x 30 cm, 168 Seiten. ISBN 978-3-9803118-8-5.